Hochtechnologie aus der Wetterau: Freie Demokraten besuchen DEV Systemtechnik GmbH in Friedberg

02.05.2019

Dr. Markus A. Schmidt: „Die heutige Komplexität europaweiter Ausschreibungen widerspricht der Idee des europäischen Binnenmarktes; hier gilt es, ungerechtfertigte bürokratische Hürden zu beseitigen.“

Mittelständische Unternehmen sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, sie sind Jobmaschine und Quelle von Innovationen auf höchstem technischen und qualitativen Niveau. Viele sind trotz ihrer überschaubaren Größe weltweit aktiv und besetzten mit ihren Produkten und Services Spitzenpositionen im globalen Wettbewerb. Gleichzeitig ist der deutsche und der europäische Heimatmarkt für viele dieser Unternehmen von herausragender Bedeutung – und damit besitzt die anstehende Europawahl für sie einen hohen Stellenwert.

Vor diesem Hintergrund besuchten Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn, Vizepräsident des Hessischen Landtags, der FDP-Kreisvorsitzende in der Wetterau, Jens Jacobi, sein Stellvertreter Frei Messow und der Europabeauftragte der FDP in der Wetterau, Dr. Markus A. Schmidt, die DEV Systemtechnik GmbH in Friedberg. Im direkten Austausch mit dem Co-Geschäftsführer der DEV, Herrn Manfred Mettendorff, und dem Leiter des Produktionsbereichs, Herrn Thomas Gröninger, informierten sich die Liberalen über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen z.B. im Bereich Signalübertragungen (u.a. Breitband- und Satellitenkommunikation) im Speziellen sowie für den deutschen Mittelstand im Allgemeinen.

Die DEV bietet ihren Kunden in über 80 Ländern auf allen Kontinenten Systemlösungen an der Schnittstelle zwischen Satelliten, Erdstationen und weiterführenden physischen Netzwerken an. Dabei handelt es sich um hochspezialisierte und qualitativ hochwertige Produkte, die z.B. von Regierungen, Fernsehanstalten, Nachrichtendiensten und satellitengestützten Datennetzbetreibern geschätzt werden. Im Gespräch wurde aber deutlich, dass der Fachkräftemangel in Deutschland auch die DEV vor Herausforderungen stellt. „In Deutschland gibt es zu wenige junge Menschen, die sich noch für ein elektrotechnisches Ingenieursstudium entscheiden“, erläutert Manfred Mettendorff. „Und wenn man Mitarbeiter insbesondere aus Ländern außerhalb der EU einstellen möchte, sind die formellen Hürden beinahe abschreckend hoch.“

„Deutschland muss für ausländische Fachkräfte attraktiver und leichter erreichbar werden, wenn wir im globalen Wettbewerb auch künftig führend bleiben wollen,“ so Jörg-Uwe Hahn. „Wir brauchen endlich ein Einwanderungsgesetz, das es uns ermöglicht, gezielt diejenigen internationalen Spitzenkräfte ins Land zu holen, die hier gebraucht werden“, ergänzte der Wetterauer FDP-Chef Jacobi.

„Im Bereich der Datenübertragung via Satellit wird sich in den nächsten Jahren sehr viel bewegen“, erwartet Manfred Mettendorff. Es sei sehr preiswert geworden, Satelliten ins All zu schießen und sie könnten für zahlreiche Services eingesetzt werden. „Beispielsweise wird autonomes Fahren durch satellitengestützte Kommunikationstechnik unterstützt werden,“ ergänzte Thomas Gröninger.

Die DEV setzt zudem Hoffnungen in die 5G-Technologie, die weitere Perspektiven für das Unternehmen bietet. Aber auch bei der Weiterentwicklung bestehender Leitungen im Kabelnetzbereich biete sich noch viel Spielraum, erwarten Mettendorff und Gröninger. „Deutschland hat in Sachen Netzausbau im internationalen Vergleich in den letzten Jahren leider erheblich an Boden eingebüßt“, konstatierte der Stellvertretende Kreisvorsitzende der Wettrauer FDP, Frei Messow. „Für eine der weltweit wichtigsten Industrienationen wie Deutschland ist das ein untragbarer Zustand“, ergänzt Jörg-Uwe Hahn. „Wir müssen unser Land endlich fit für das digitale Zeitalter machen – und dazu gehört u.a. eine moderne digitale Infrastruktur“, so der Bad Vilbeler Landtagsabgeordnete.

„Einer Modernisierung unseres Landes stehen teilweise bereits die Ausschreibungsverfahren im Wege“, klagt Manfred Mettendorff. „Die in den Ausschreibungen geforderten Dokumentationen sind zum Teil derart komplex und weitgehend, dass sie kaum noch zu erfüllen sind. Und gleichzeitig wird wegen mangelnder Expertise seitens der öffentlichen Verwaltung teils veraltete Technik nachgefragt“ so der DEV-Chef. „Europaweite Ausschreibungen derart komplex zu gestalten, dass sie letztlich kaum noch von den Unternehmen zu erfüllen sind, widerspricht fundamental dem Grundgedanken des europäischen Binnenmarktes“, ärgert sich der Europabeauftragte der Wetterauer Freidemokraten, Markus A. Schmidt. „So werden künstlich Grenzen gezogen, die wir ins Europa eigentlich schon überwunden hatten. Das neue Europaparlament und die neue Kommission sollten sich daran machen, hier ungerechtfertigte bürokratische Hürden zu beseitigen,“ so Schmidt weiter.

Von links nach rechts: Dr. Markus A. Schmidt, Jens Jacobi, Manfred Mettendorff, Thomas Gröninger, Jörg-Uwe Hahn.