Geschlossen gegen unwirtschaftliches Windradprojekt
Freie Demokraten FDP Friedberg, Rosbach und Wehrheim sehen sich durch ABO-Krise bestätigt
Die FDP-Ortsverbände Friedberg (Hessen), Rosbach vor der Höhe und Wehrheim sehen sich
durch die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung des Projektentwicklers ABO Energy in ihrer
kritischen Haltung gegenüber den geplanten Windradanlagen auf dem Winterstein bestätigt.
Die angekündigte Neuverhandlung bestehender Pacht- und Gestattungsverträge zeige, dass
die ursprünglich in Aussicht gestellten finanziellen Vorteile für die Kommunen offenbar auf
unsicheren Annahmen beruhten, erklären die Freien Demokraten in einer gemeinsamen
Mitteilung.
Von Beginn an hatten die FDP-Fraktionen in allen drei Kommunen Zweifel an der
wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Projekts geäußert und gegen den Abschluss entsprechender
Verträge gestimmt. Klaus Schumann, Fraktionsvorsitzender der FDP Wehrheim, betont: „Die
aktuellen Entwicklungen bestätigen unsere damalige Entscheidung. Ein wirtschaftlich
fragwürdiges Projekt darf nicht zu dauerhaften Eingriffen in einen wertvollen Natur- und
Erholungsraum wie den Winterstein führen.“
Die FDP stellt klar, dass sie den Ausbau der Windkraft nicht grundsätzlich ablehnt.
Voraussetzung sei jedoch eine solide wirtschaftliche Grundlage und eine transparente
Projektkalkulation. Besonders kritisch bewerten die Freien Demokraten die vorgesehenen
Eingriffe in rund 35 Hektar Waldfläche auf dem Winterstein, der für alle drei Kommunen eine
wichtige Funktion als Naherholungs- und ökologischer Ausgleichsraum erfülle.
Auch Dr. Markus A. Schmidt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Ortsvorsitzender der
FDP Friedberg, sieht sich bestätigt: „Wenn bereits vor Baubeginn Verträge neu verhandelt
werden müssen, zeigt das, dass die wirtschaftlichen Annahmen nicht belastbar waren.
Kommunen dürfen keine Entscheidungen auf Grundlage unrealistischer Erwartungen treffen.“
Mit Sorge betrachten die FDP-Ortsverbände zudem, dass die betroffenen Kommunen die in
Aussicht gestellten Einnahmen bereits in ihre Haushaltsplanungen aufgenommen haben.
Hans-Otto Jacobi, Fraktionsvorsitzender der FDP Rosbach vor der Höhe, erklärt: „Es ist
problematisch, wenn Haushalte auf Einnahmen basieren, deren Realisierung inzwischen
fraglich ist.“
Auslöser der aktuellen Diskussion ist die wirtschaftliche Lage von ABO Energy. Das
Unternehmen hatte für 2025 erhebliche Verluste angekündigt und befindet sich in einem
Restrukturierungsprozess. Medienberichten zufolge sollen Gläubiger über Änderungen
zentraler Anleihebedingungen abstimmen, was als entscheidend für die Zukunft des
Unternehmens gilt.