Achim Güssgen-Ackva: „Den Einzelhandel stärken, wo immer es geht.“ – Auf Käufe im Internet verzichten und dann kaufen, wenn alle Geschäfte wieder geöffnet haben.

18. März 2020

„Wir müssen den Einzelhandel stärken, wo und wie immer es geht. Für die Inhaber ist die Zeit der Schließungen eine schlimme Sache, die ganze Existenzen bedrohen kann“ so Achim Güssgen-Ackva, der Fraktionsvorsitzende der FDP in der Friedberg Stadtverordnetenversammlung. „Wenn viele Menschen jetzt zuhause sind, dann wird der eine oder andere Einkauf schon mal online getätigt. Jeder sollte sich aber überlegen, ob es wirklich nötig ist, jetzt online zu kaufen oder ob man nicht warten kann, bis die hiesigen Einzelhändler wieder geöffnet haben. Jeder von uns trägt eine gewisse Verantwortung, ob unsere Läden und Restaurants auch nach der Corona-Welle noch bestehen können oder ob wir viele von ihnen verlieren werden.“ Die Äußerungen verschiedener Vertreter des Einzelhandels in Friedberg und Bad Nauheim zeigten, daß die neue Lage an die Substanz gehe. „Das ist keine Durststrecke wie in einer Konjunkturflaute, jetzt brechen die Einnahmen bei vielen Geschäften auf breiter Front weg. An den Geschäften hängen ja Arbeitsplätze und damit Existenzen und Familien. Die Kunden haben es jetzt in der Hand, die Vielfalt des Einzelhandels zu erhalten.“

Die Lebensmittelversorgung und auch die Versorgung in den Apotheken seien gesichert. „Alles Mögliche andere, wie Haushaltsgeräte, Bekleidung, Geschirr und Gläser, Bücher, Fotoapparate, Lederwaren, um nur ein paar Dinge zu nennen, gibt es auch bei uns in Friedberg. Viele Geschäfte bieten sowieso einen Lieferservice an. Das kann man alles telefonisch erfragen und gegebenenfalls eine Lieferung vereinbaren“ ergänzt der Stellvertretende Vorsitzende des Friedberger Ortsverbands der Freien Demokraten, Dr. Markus A. Schmidt.

Das gelte auch für die eingeschränkt geöffneten gastronomischen Betriebe, die ebenfalls Lieferungen anbieten würden.

„Früher hätte man gesagt, daß es eine ‚staatsbürgerliche Pflicht“ sei, so zu handeln“, so Güssgen-Ackva. „Man muß nicht gleich ein solch großes Wort bemühen, aber es kommt dem schon nahe. Wenn der Einzelhandel in Friedberg nicht von uns selbst gestützt wird, dann müssen wir uns über die Kaiserstraße bald keine großen Gedanken über deren Gestaltung mehr machen. Dann besteht die Gefahr, dass sie wirtschaftlich verwaisen wird.“ Der im Hessischen Rundfunk präsentierte Film habe in wunderbarer Weise gezeigt, welches Potential die Stadt Friedberg habe. „Es liegt an uns allen, daß wir dieses Potential für die Bürgerschaft erhalten und weiterentwickeln. Die Devise muß heißen: Wunschzettel im Internet anlegen und sich informieren, aber dann im Laden kaufen!“ Nichts könne derzeit so wichtig sein als dass man den eigentlichen Kauf nicht ein wenig schieben könne. „Dann gibt es auch eine Vorfreude“, so Güssgen-Ackva.